Arbeitskreis "Kind und Verkehr"
Die Kinderunfallkommission
Arbeitsweise der Brühler Kinderunfallkommission
Unfallzahlen 2009
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Arbeitskreis "Kind und Verkehr"
Der Arbeitskreis "Kind und Verkehr" des Kinderschutzbundes wurde 1996 gegründet. In ihm arbeiten Mitglieder des Kinderschutzbundes, ADFC, Nabu, SPD, Grüne und interessierte Bürger zusammen. Er tritt ein für eine Verkehrspolitik und Verkehrsplanung, die die Bedürfnisse von Fußgängern, Radfahrern und Nutzern der öffentlichen Verkehrsmittel stärker berücksichtigt.
Insbesondere Kinder müssen sich als Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt im öffentlichen Raum bewegen dürfen. Sie haben Anspruch auf Schutz und Rücksichtnahme entsprechend ihres altersbedingten Entwicklungsstandes. Für die so genannten „schwächeren Verkehrsteilnehmer“ muss die Sicherheit im Straßenraum mit Mitteln der Verkehrsregelung, der Verkehrslenkung und der Aufklärung gewährleistet werden. Ihre Unfallgefährdung muss verringert werden.
Verkehrspolitisch handeln im Interesse von Kindern heißt darüber hinaus auch, ihnen Räume zurückzugeben, die ihnen genommen wurden. In den 50er Jahren bevölkerten zehn Kinder und fünf Autos einen Hektar Stadtfläche, in den 90er Jahren waren es nur noch fünf Kinder aber schon 20 Autos. Die Zerstörung der Freiräume durch die Verdichtung der Städte und die immense Zunahme des Verkehrs führt zu einem Verlust an Aktionsräumen für Kinder. Kinder brauchen Lebensräume aber in ihrem direkten Wohnumfeld und nicht erst am Rande der Stadt. Als Lobby für Kinder setzen wir uns ein für autoarme und autofreie Wohngebiete, ausgedehnte Fußgängerbereiche und Spielzonen, verkehrsberuhigte Bereiche in Wohngebieten, sowie für Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Stadt.
Hauptaufgabe des Arbeitskreises ist die Vorbereitung der Stellungnahmen, Anregungen und Anfragen des Kinderschutzbundes zu Verkehrsthemen in den Ratsgremien der Stadt Brühl. Der Kinderschutzbund ist mit beratender Stimme vertreten im Verkehrs- und Bauausschuss und im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Brühl. Als Träger öffentlicher Belange werden wir zu Stellungnahmen bei änderungen im Bauleitplan angehört. Die Treffen des Arbeitskreises finden jeweils einige Tage vor den Ausschuss-Sitzungen statt.
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Die Kinderunfallkommission
Seit 1997 besteht in Brühl eine vernetzte Zusammenarbeit der Institutionen, die sich mit der Verkehrssicherheitsarbeit für Kinder beschäftigen. 1998 wurde die Brühler Kinderunfallkommission gegründet. Sie setzt sich zusammen aus Vertretern der Kreispolizeibehörde, der örtlichen Polizei, verschiedener Abteilungen der Stadt Brühl (Planungs-, Ordnungs-, Tiefbau-, Schulamt, Betriebshof, Kinderbüro), Kinderschutzbund und ADFC. Je nach Sachlage werden Vertreter weiterer Institutionen Stadtwerke (Stadtbusträger), Verkehrswacht etc. eingeladen. Die Kommission tagt mindestens zweimal jährlich. Darüber hinaus werden an weiteren Terminen in der Regel alle Unfallorte von Kinderunfällen in der Stadt Brühl von den Mitgliedern bereist. Die Leitung der Kommission hat Hartwig Bosseler vom Ordnungamt der Stadt Brühl.
Die Unfallanalysen zeigen, dass bei fast ¾ der Unfälle die erwachsenen Verkehrsteilnehmer die Unfallverursacher sind. Verkehrsraumgestaltung, kindliches Verhalten, Verhalten der erwachsenen Verkehrsteilnehmer, Wohnumfeldgestaltung, Verkehrsmittelwahl und soziographische Daten beeinflussen das Unfallgeschehen. Die Bereiche Verkehrsplanung, Verkehrsüberwachung, Verkehrsaufklärung und Mobilitätserziehung sind die Handlungsfelder zur Reduktion von Unfällen.
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Arbeitsweise der Brühler Kinderunfallkommission
Im Mittelpunkt steht die Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Aktivitäten und Akteure auf kommunaler Ebene zur Schaffung eines kinderfreundlichen und unfallfreien Klimas in Brühl. Dabei müssen Kinderunfälle reduziert werden, ohne den Freiraum für Kinder im Straßenraum einzuschränken.
Die Analyse jedes einzelnen Kinderunfalls „vor Ort“ und das Erarbeiten gemeinsamer Maßnahmen mit dem Ziel, die Zahl der Kinderunfälle zu reduzieren, sind die zentralen Aufgaben der Kommission. Oftmals lassen sich recht schnell unfallbegünstigende Faktoren feststellen. Zugeparkte Gehwege, zu hohe und zu dichte Bepflanzung, Plakatständer u.ä. behindern oftmals die Sichtbeziehung zwischen Autofahrern und Fußgängern. Dazu kommt dann häufig eine zu hohe Geschwindigkeit, die der Straßen- und Verkehrssituation nicht angemessen ist. Maßnahmen zur Unfallverhütung werden von den Kommissionsmitgliedern vor Ort diskutiert und an die entscheidenden Stellen weiter gegeben. Vertreter der städtischen Abteilungen Grünflächen, Ordnung, Tiefbau und Planung nehmen inzwischen regelmäßig an den Bereisungen der Unfallorte teil.
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Unfallzahlen 2009
Bei der Arbeit der Kinderunfallkommission geht es nicht um spektakuläre Aktionen, sondern um die langfristige und kontinuierliche Verzahnung der Aufgabenbereiche Verkehrsüberwachung, Verkehrsaufklärung und Mobilitätserziehung. In den Bereich der öffentlichkeitsarbeit gehörte auch die Präsenz der Kinderunfallkommission bei Veranstaltungen wie „Mobiles Brühl“, Fahrrad- oder Agendafest oder im Rahmen von Verkehrssicherheitstagen.
Evaluation der Arbeit der Brühler Kinderunfallkommission: Ende 2004 haben Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln die Maßnahmen der Kinderunfallkommission untersucht und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.